Burg Lahneck in Lahnstein
Führungen finden von 1. April bis Allerheiligen täglich von 10 bis 18 Uhr statt. Letzter Einlass ist um 17 Uhr. Kerzenführungen werden auf Anfrage organisiert. Das Burgrestaurant ist das ganze Jahr geöffnet. Campingplatz und Schwimmbad an der Burg. Regelmäßig an den Wochenenden im August veranstaltet die Städtische Bühne Lahnstein Theateraufführungen im Seitenhof der Burg (Burgspiele)...
Zur Geschichte: Seit 1226 erbaute der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Siegfried III. von Eppstein Burg Lahneck zum Schutz seines Gebietes an der Lahnmündung, wo der Ort Lahnstein und die Silbermine 1220 an Kurmainz gekommen waren.
1245 wurde die Burgkapelle erbaut. Im gleichen Jahr wurde auch erstmals ein Burggraf erwähnt.
1298 war König Adolf von Nassau Gast auf der Burg, kurz bevor er in der Schlacht von Göllheim im Kampf gegen König Albrecht I. von Österreich fiel. Um ihn zu rächen, beteiligte sich der Lahnecker Burggraf Friedrich Schilling von Lahnstein an der Verschwörung gegen König Albrecht I. Er wurde 1309 nach der Erstürmung der Burg hingerichtet.
1332 gewährte Papst Johannes XXII. für die Teilnahme am Gottesdienst in der Sankt Ulrich geweihten Burgkapelle einen Ablass von 40 Tagen.
Am 15. Juli 1338 nahm der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Heinrich III. von Virneburg von Burg Lahneck aus an der Versammlung der Kurfürsten in Rhens teil, die dann zum Kurverein zu Rhens führte.
Am 20. August 1400 wurde König Wenzel von den vier auf Burg Lahneck tagenden rheinischen Kurfürsten -- den Erzbischöfen von Mainz, Trier und Köln und dem Pfalzgrafen bei Rhein -- für abgesetzt erklärt. Als Gast des Mainzer Erzbischofs Johann II. von Nassau weilte Friedrich V., Burggraf von Nürnberg, unter vielen Abgesandten der Städte auf der Burg. Am folgenden Tag wurde Ruprecht von der Pfalz auf dem Königsstuhl zu Rhens von den gleichen Kurürsten, d.h. also mit seiner eigenen Stimme, zum Deutschen König gewählt.
Um 1436 wurde von Erzbischof Diether II. von Isenburg ein zweiter Mauerring mit Zwinger zur Angriffsseite vorgelagert.
1632 und 1636, während des Dreißigjährigen Krieges richteten schwedische und kaiserliche Truppen die Burg ziemblicher mahsen zu, und die Burg verlor danach an Bedeutung. 1688 schossen französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg die letzten Dächer in Brand.
Auf seiner Lahnreise am 18. Juli 1774 dichtete Goethe im Anblick der Burg Lahneck den "Geistesgruß".
Im Zuge der von Napoleon Bonaparte betriebenen Säkularisierung der geistlichen Fürstentümer kam Burg Lahneck 1803 an Peter Ernst von Lassaulx.
Seit 1851 erfolgte ein neugotischer Ausbau durch den schottischen Eisenbahnunternehmer Edward A. Moriarty und Gustav Göde. Aus dieser Zeit stammt ein Gemälde der Königin Victoria.
1907 erwarb Robert Mischke, Vizeadmiral der kaiserlichen Marine, die Burg, die seitdem im Besitz seiner Familie ist. 1936-38 wurden die romantisierenden Zinnenkränze und Flachdächer entfernt und teilweise durch Spitzdächer ersetzt.
Seit 2002 ist die Burg Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.
Besonderheiten:
Die gotische Burgkapelle war dem Heiligen Ulrich geweiht. Eine päpstliche Urkunde aus dem Jahre 1232 gewährte den Besuchern der Kapelle einen vierzehntägigen Kirchenstrafenerlaß (Ablass). Erste Erwähnung 1245 als Sitz eines vom Kurfürsten von Mainz eingesetzten Burggrafen.
Burg Lahneck bildete bis 1803 die nördlichste Exklave des Kurfürstentums Mainz. Kirchlich gehörten Burg Lahneck und die Stadt Oberlahnstein zum Erzbistum Trier.
Quellen:
Artikel Burg Lahneck. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 27. Mai 2007, 22:25 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Burg_Lahneck&oldid=32401875 (Abgerufen: 14. Juni 2007, 20:07 UTC)
Literatur:
"Wer will des Stromes Hüter sein?", 1. Auflage 2002, Verlag Schnell+Steiner, Herausgeber: Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz
"Der Rhein von Mainz bis Köln", DuMont Kunstreiseführer
"Das Rheintal von Bingen und Rüdesheim bis Koblenz", Verlag Philipp von Zabern
Wilhelm Schäfer, Das fremde Fräulein, zehn Anekdoten, Im Insel-Verlag zu Leipzig
Westerwald-Verein (Hsg.), Sagen des Westerwaldes, Montabaur 1983, Sage Nr. 331, S.221
Wilhelm Ruland, Rheinisches Sagenbuch, Köln, 1922, Seite 141, "Die Templer von Lahneck"
Quelle Fotos: Peter Weller 2005, Wikipedia


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